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Viel Freude am Restaurieren und Fahren alter Autos

Bentley S2
Der Anfang Oktober 1959 vorgestellte Bentley S2 ist das Schwestermodell des Rolls Royce Silver Cloud. Von dem Fahrzeug wurden zwischen 1959 und1962 exakt 1.863 Stück gebaut.

Eine deutsch-russsische Hochzeitsgesellschaft hat sich am Offenbacher Mathil­denplatz versammelt: Etwa 80 Gäste posen und fotografieren vor einem histori­schen Bentley S2. Nicht ohne Grund gelten Classic Cars als der emotionalste Markt in der Automobil­branche. Laut Kraftfahrt-Bundesamt sind etwa 477.386 „echte“ Old­timer, die 30 Lenze und mehr zählen, mit einem histori­schen H-Kenn­zeichen als rollendes Kulturgut auf bundesdeut­schen Stra­ßen unterwegs. Für diese Schätz­chen gibt es spe­zielle TÜV-Verfahren, und Steuer­vergünstigun­gen, es ist aber auch manche Hürde bei Restaurierung, Werkstattsuche und Be­trieb zu nehmen. Einige Experten zählen zu den Classic Cars zusätzlich die soge­nannten „Youngtimer“, die immerhin 20 bis 30 Jahre auf den Achsen haben.

Was treibt nun die Besitzer, Fahrer und Liebhaber historischer Kfz um? 

Rund die Hälfte sieht den Oldtimer als Wertanlage und Spekulationsobjekt an. Die Übrigen haben einfach Spaß und Freude an den alten Autos. Diese Gruppe wiederum teilt sich auf in diejenigen, die gerne selbst ‚schrauben‘ und ggf. auch restaurieren, und diejenigen, die lieber ausschließlich fahren.

Hoher suggerierter Gewinn ist oftmals eine Illusion

Die wirtschaftliche Bedeutung des Classic-Cars-Marktes in Deutschland unterstreicht auch eine Studie der Kölner Beratungs­gesellschaft BBE Automotive GmbH im Auf­trag u.a. des VDA, der zufolge ein Oldtimer-Liebhaber durchschnittlich 5.200 EUR pro Jahr und Fahrzeug für die Erhaltung des Wagens sowie für entsprechende Frei­zeitaktivitäten ausgibt. Krug von Nidda: „Diese Zahlen erstaunen mich ein bisschen, spre­chen aber dafür, dass der hohe sugge­rierte Gewinn, den man mit Oldtimern angeblich erwirtschaften kann, so nicht stimmt.“ Für ein gewinnträchtiges Fahrzeug wie den Porsche 911 beispielsweise bedeutet das, dass der Halter in zehn Jahren 52.000 EUR investiert. Auf der an­deren Seite stehen in den einschlägigen Ranking-Listen aber immer auch „Brot-und-But­ter-Fahrzeuge“ wie der VW Käfer ganz oben, die wiede­rum im Unterhalt recht preisgünstig sind.

VW Käfer Cabrio
Hauptmerkmal des VW-Käfer 1303 sind die großen Rückleuchten, die unter Liebhabern gerne auch "Elefantenfüsse" genannt werden.

Mit viel Leidenschaft vom Hobby zum Brotberuf

Auch der im hessischen Schwickartshausen ansässige heutige Oldtimerverleih wurde 2006 mit viel Leidenschaft für alte Karossen von Michael Krug von Nidda und seiner Ehe­frau Gudrun aus der Taufe gehoben. Schon zuvor hatte er im Rahmen eines „nor­malen“ Fiat- und Alfa Romeo-Autohauses neben­bei Oldtimer für Kunden restauriert. Infolge der flächende­ckenden Kündigung durch den Hersteller gegenüber allen Ver­tragshändlern wurde das einstige Hobby für die Fami­lie zum Brotberuf. „Wir sind erst einmal auf Einkauf­stour in die USA gegangen, ha­ben dort im ersten Jahr etwa dreißig Autos ge­kauft und ange­fangen, sie den deutschen Gegebenheiten anzupassen. Harte Restaurie­rungsobjekte kamen erst später hinzu“, erzählt der Geschäftsführer und Gründer der Classic Cars Krug von Nidda GmbH aus der Anfangszeit. Hieraus ist schließlich das Konzept der heutigen Oldtimerver­mietung entstanden, das spä­ter noch um Hochzeitsfahrten und spezielle Oldtimer-Events er­gänzt wurde.

Zwei Oldtimer vor historischer Kulisse
Classic Cars gelten als der emotionalste Markt in der Automobilbranche.

Nur wenige Werkstätten haben sich spezialisiert

Wer sich heute kommerziell oder als privater Liebhaber alter Autos auf dem Classic-Cars-Markt tummelt, hat jedoch in Deutschland mit so manchen Tücken zu kämpfen. Viel Kreativität und Eigeninitiative sind unerlässlich:

So haben sich beispielsweise nur wenige freie Werk­stätten auf die Reparatur und die Restaurierung von Classic Cars spezialisiert. Einige wenige hochrangige Werkstätten haben sich im Umfeld der Nobelmarken Mercedes, Porsche oder BMW etabliert.

Besitzer von Brot- und Butter-Autos dagegen müssen oftmals sehen, wo sie bleiben.

In vielen Werkstätten werden kaum noch klassische Kfz-Mech­aniker, sondern vorwiegend  com­puteraffine Kfz-Mechatroniker aus­gebil­det. „Bei Old­timern steht aber ein Mechatroniker, sofern er keine Zusatzausbildung absolviert hat, im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Schlauch“, sagt der überzeugte Classic-Cars-Fan.

Ersatzteile können für viele Marken i.d.R. innerhalb von 24 Stunden beschafft werden; allerdings lasse die Qualität oftmals arg zu wünschen übrig. Der Geschäfts­führer und Gründer be­richtet aus Erfahrung: „Manche Ersatzteile, überwiegend aus Fernost, müssen bereits nach drei Jahren wie­der erneuert werden.“

Aber auch der Classic-Cars-Markt selbst ist im stetigen Wandel begriffen. So stellt der Liebhaber betagter Autos aus dem Hessischen durchaus Nachwuchspro­bleme bei der „jüngeren Generation um die 40“ fest. Sein persönliches Fazit dagegen ist eindeutig: „Wenn man Spaß und Freude an alten Autos hat und es sich leisten kann, ist es wirk­lich toll. Wer Oldtimer nur als Geldanlage betrachtet, sollte heutzutage eher die Finger davon lassen. Auf gar keinen Fall zu empfehlen ist es, für ein histo­risches Fahrzeug einen Kredit aufzunehmen.“

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