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Let’s talk business: Experten diskutieren über Connectivity und Daten als „Währung“

11.06.2021

Mit dem Web Talk zum Thema „Connectivity, neue datenbasierte Business Modelle und der rechtliche Rahmen“ geht die Reihe „Let’s talk business“, organisiert von den Organisatoren der Automechanika, in die dritte Runde. Vertreter aus verschiedenen Bereichen der Automobilwirtschaft kamen zusammen, um die aktuellen Entwicklungen auf diesem Gebiet zu diskutieren.

Prognosen zufolge könnte bereits 2025 jedes zweite Fahrzeug in Europa vernetzt sein.[1] Mit der Anzahl der vernetzten Fahrzeuge steigt auch die Datenmenge, die gesammelt wird. Dabei kann es sich etwa um Standortdaten, Informationen über den Zustand des Fahrzeugs oder sicherheitsrelevante Verkehrsdaten handeln. Aber wer hat Zugriff auf diese Daten und wem gehören sie? Verändern sie bereits bestehende Geschäftsmodelle? Und: Braucht es eine europaweite Marktregulierung, um den gleichen Zugang zu den Daten für alle zu gewährleisten und neue datenbasierte Geschäftsmodelle voranzutreiben?

Diesen und weiteren Fragen rund um Connectivity widmeten sich die Talkgäste der Diskussionsrunde am 2. Juni 2021. „Mit unserer Let's talk-Reihe wollen wir nicht nur bedeutenden Stakeholdern die Möglichkeit geben, sich auszutauschen. Wir wollen auch wichtigen Themen das breite Publikum unserer internationalen Plattformen Automechanika und Hypermotion bieten”, so Sarah Lindsey, Director Business Development Automotive, Transport und Logistics bei der Messe Frankfurt, die den Talk moderierte.

Mit dabei waren Gerd Preuss, verantwortlich für Produktmanagement beim ADAC, Norbert Dohmen, Managing Director, Caruso Dataplace, Frank Schlehuber, Senior Consultant Market Affairs, CLEPA – European Association of Automotive Suppliers sowie Dr. Tibor Pataki, Leiter Kfz-Versicherung / Kfz-Technik beim GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft und Ronan McDonagh, Technical Director der Figiefa – The European Federation of Automotive Aftermarket Distributors.

Dass Connectivity für bestehende und künftige Geschäftsmodelle der gesamten Automobilbranche weitreichende Veränderungen mit sich bringen wird, darüber sind sich die Vertreter aus den unterschiedlichen Branchensegmenten einig. Norbert Dohmen, Managing Director von Caruso Dataplace formuliert es so: "Connectivity hat ein hohes disruptives Potenzial, das die gesamte Wertschöpfungskette in verschiedenen Branchen verändern kann. So rücken erstmals völlig neue Möglichkeiten in unser Blickfeld. Ich gehe davon aus, dass künftige Geschäftsmodelle weit mehr als je zuvor vom Datenzugang abhängig sein werden.” Auch im Bereich der Pannenhilfe werde Konnektivität eine Schlüsselrolle spielen, so Gerd Preuss, Produktmanager beim ADAC. “Das wird unser Geschäft von Grund auf verändern. Denn durch Connectivity und die ausgewerteten Daten können wir im Voraus wissen, um welche Art von Pannenfahrzeug es sich handeln wird und können dementsprechend viel bessere Services bieten”, so Preuss.

Aus Sicht der Autoteile-Händler habe es ebenfalls Vorteile, im Voraus genau zu wissen, welches Fahrzeugteil ersetzt werden müsse. “Denn”, so Ronan McDonagh, Technical Director der Figiefa, “die Logistik des Ersatzteilgeschäfts ist recht anspruchsvoll. Mit neuen Technologien wie datenbasierter ‘Predictive Maintenance’ kann der Ersatzteilbedarf besser geplant werden und sichergestellt werden, dass das richtige Ersatzteil zum richtigen Zeitpunkt in der Werkstatt ankommt. Das würde unnötige Lieferungen vermeiden und eine effiziente und grüne Logistik ermöglichen.”

Frank Schlehuber, Senior Consultant Market Affairs bei CLEPA, sieht auch für die Zulieferer der Automotive Branche neue Möglichkeiten durch Connectivity: “Erstens erhalten Zulieferer Informationen über das Verhalten von Komponenten und können daraufhin die Komponenten besser anpassen und gestalten.” Auf der anderen Seite, so fügt Schlehuber hinzu, gebe es aber auch die Bedrohung eines bestehenden Marktes, nämlich des Reparatur- und Wartungsmarktes, in dem Konnektivität ein Gamechanger sei. “Wer Zugang zu den Daten hat, hat auch Zugang zum Geschäft”, so der Senior Consultant.

Alle Talk-Teilnehmer vertreten die Ansicht, dass es einen rechtlichen Rahmen braucht, um Transparenz zu schaffen und den Zugang zu den Daten für alle Stakeholder gleichermaßen zu ermöglichen – seien das Serviceprovider, Versicherungen oder Datenplattformen. "Wir brauchen eine Marktregulierung durch die Europäische Kommission. Vor wenigen Jahren haben die OEMs [Original Equipment Manufacturers] gesagt, dass alle Daten im Auto technischer Natur seien und diese Daten dem jeweiligen OEM gehörten. Aber das hat sich mittlerweile geändert, durch den Druck der Stakeholder, die fordern, dass der Verbraucher selbst entscheiden darf, wem er seine Daten zur Verfügung stellen möchte”, so Dr. Tibor Pataki, Leiter Kfz-Versicherung / Kfz-Technik beim GDV. Ronan McDonagh vertritt die gleiche Ansicht: “Heute haben sich die Fahrzeughersteller durch ihre bislang ungeregelte Kontrolle über die Fahrzeugplattform als einziger Gatekeeper für den Zugang zum Fahrzeug und seinen Datenressourcen positioniert. Sie können entscheiden, welche Daten welchem Serviceprovider zu welchen Kosten zur Verfügung gestellt werden. Das ist ein klares Hindernis für einen effektiven Wettbewerb auf dem Markt für Kfz-Dienste.”
Eine Lösung für dieses Dilemma ist möglicherweise in Sicht. “Die EU-Kommission hat dieses wichtige Thema auf ihre Agenda gesetzt und sich klar dazu verpflichtet, bis November diesen Jahres einen Vorschlag zu machen, wie ein rechtlicher Rahmen aussehen könnte”, so Frank Schlehuber.

Der Talk in voller Länge steht in englischer Sprache auf der Website www.automechanika.com/lets-talk-business zur Verfügung.

Automechanika

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Die Veranstaltung Automechanika Digital Plus findet vom 14. bis 16. September 2021 auf dem Frankfurter Messegelände sowie digital statt.

2022 findet die Automechanika vom 13. bis 17. September statt.

[1] The 2020 Digital Auto Report von Strategy&, PwC.

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Messe Frankfurt ist der weltweit größte Messe-, Kongress- und Eventveranstalter mit eigenem Gelände. Zur Unternehmensgruppe Messe Frankfurt gehören rund 2.500* Mitarbeitende in 30 Tochtergesellschaften. Das Unternehmen hat im Jahr 2020 einen Jahresumsatz von rund 250* Millionen Euro erwirtschaftet, nachdem das Jahr 2019 noch mit einem Jahresumsatz von 738 Millionen Euro abgeschlossen werden konnte. Auch in den schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie sind wir mit unseren Branchen international vernetzt. Die Geschäftsinteressen unserer Kunden unterstützen wir effizient im Rahmen unserer Geschäftsfelder „Fairs & Events“, „Locations“ und „Services“. Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal der Unternehmensgruppe ist das globale Vertriebsnetz, das engmaschig alle Weltregionen abdeckt. Unser umfassendes Dienstleistungsangebot – onsite und online – gewährleistet Kunden weltweit eine gleichbleibend hohe Qualität und Flexibilität bei der Planung, Organisation und Durchführung ihrer Veranstaltung. Unsere digitale Expertise bauen wir um neue Geschäftsmodelle aus. Die Servicepalette reicht von der Geländevermietung über Messebau und Marketingdienstleistungen bis hin zu Personaldienstleistungen und Gastronomie. Hauptsitz des Unternehmens ist Frankfurt am Main. Anteilseigner sind die Stadt Frankfurt mit 60 Prozent und das Land Hessen mit 40 Prozent.
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*vorläufige Kennzahlen 2020